Die Kurzantwort
Eine Duschkabine ist rundum geschlossen und hält Spritzwasser und Wärme im Inneren. Eine Walk-in-Dusche hat keine Tür, ist leicht zugänglich und wirkt offen, braucht aber mehr Platz, damit das Wasser im Duschbereich bleibt. Für einen stufenlosen Einstieg kommt es vor allem auf eine bodengleiche Duschfläche an, nicht auf die Bauform der Abtrennung.
Wer das Bad neu plant oder die alte Dusche ersetzt, steht früh vor einer Grundsatzfrage: eine geschlossene Duschkabine mit Tür oder eine offene Walk-in-Dusche mit einer festen Glaswand? Beide Lösungen haben ihre Berechtigung. Welche besser passt, hängt vom Grundriss, von den Menschen, die das Bad nutzen, und von den eigenen Gewohnheiten ab. Dieser Ratgeber stellt die beiden Bauformen nebeneinander und zeigt, worauf Sie beim Auswählen achten.
Was eine Duschkabine ausmacht
Duschen werden oft baulich umgrenzt, um die Umgebung vor Spritzwasser zu schützen und Privatsphäre zu schaffen. Übliche Formen sind Duschkabinen mit leichten Trennwänden, gemauerte Duschnischen sowie Schiebe- und Drehtüren (Wikipedia: Dusche). Der Einstieg einer Duschkabine wird durch drehbar gelagerte Elemente oder durch Elemente in Schienen oder auf Rollen verschlossen. Duschkabinen gibt es mit Eckeinstieg, freistehend und mit viertelrunden Ecken (ebenda).
Der Vorteil einer geschlossenen Kabine liegt auf der Hand: Das Wasser bleibt drinnen, der Rest des Bades bleibt trocken. Gerade in kleinen Bädern, in denen Waschtisch, WC und Dusche dicht beieinanderliegen, ist das ein echtes Argument. Eine Kabine passt zudem in eine Ecke oder Nische, die für eine offene Lösung zu knapp wäre.
Der Nachteil: Türen und Schienen haben Fugen, Dichtungen und Profile, die gereinigt werden wollen. Und wer im Rollstuhl sitzt oder mit Gehhilfe unterwegs ist, kommt durch eine schmale Tür schwerer hinein.
Was eine Walk-in-Dusche ausmacht
Duschen ohne Türen, die sogenannten Walk-in-Duschen, werden auch als begehbare Duschen bezeichnet (Wikipedia: Dusche). Meist trennt eine feststehende Glaswand den Duschbereich vom Rest des Raumes, die Seite zum Einstieg bleibt offen. Das wirkt großzügig und hell, und es gibt keine Tür, die man öffnen oder schließen muss.
Zwei Eigenschaften sollten Sie kennen, bevor Sie sich entscheiden. Wikipedia nennt beide ausdrücklich: In einer offenen Dusche wird es wegen der Luftzirkulation kühler als in einer geschlossenen, und das Wasser kann beim Duschen leichter hinausspritzen (Wikipedia: Dusche). Wer gern lange und heiß duscht, merkt den Unterschied. Und wer wenig Platz hat, riskiert nasse Fliesen vor der Dusche.
Eine Walk-in-Dusche braucht deshalb eine ausreichend tiefe Duschfläche. Je weiter der Duschkopf von der offenen Seite entfernt ist, desto weniger Wasser gelangt hinaus. Wie viel Platz im Einzelfall reicht, hängt vom Strahl, von der Position der Armatur und von der Breite der Glaswand ab.
Einstieg: bodengleich oder mit Wanne
Häufig werden Walk-in-Dusche und „bodengleiche Dusche“ in einem Atemzug genannt. Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Bodengleich oder ebenerdig heißt eine Dusche, deren Fußboden durchgehend wasserdicht ausgebildet ist oder deren Duschtasse auf Fußbodenniveau liegt (Wikipedia: Dusche). Solche Duschen werden in privaten Haushalten zunehmend aus Gründen des Komforts, der Gestaltung oder der Barrierefreiheit eingebaut (ebenda).
Eine Duschkabine kann also auf einer flachen, bodengleich eingebauten Duschwanne stehen, und eine Walk-in-Glaswand kann auf einer erhöhten Wanne montiert sein. Für einen stufenlosen Einstieg zählt vor allem, wie hoch die Duschfläche über dem Boden liegt.
Bei barrierefreien Bädern wird laut Wikipedia beispielsweise auf Duschwannen verzichtet und nur ein Bodeneinlauf vorgesehen (Wikipedia: Badezimmer). Für die Nutzung mit Rollstuhl oder Gehhilfe beschreibt Wikipedia eine Wasserabschirmung mit einem verschiebbaren Duschvorhang statt fester Elemente, dazu Sitzgelegenheiten, Haltegriffe und genügend Bewegungsfläche, etwa für eine zweite Person (Wikipedia: Dusche). Ob die Pflegekasse den Umbau bezuschussen kann, erklärt der Ratgeber Bodengleiche Dusche: Zuschuss der Pflegekasse.
Ob ein bodengleicher Einbau in Ihrem Bad möglich ist, hängt von der Höhe des Fußbodenaufbaus und von der Lage des Abflusses ab. Das kann nur ein Fachbetrieb vor Ort beurteilen. Arbeiten an Abfluss, Wasserleitung und Abdichtung gehören in fachkundige Hände.
Platzbedarf im Vergleich
Eine Duschwanne ist nach den Angaben bei Wikipedia in der Regel 80 × 80 cm oder 75 × 90 cm groß (Wikipedia: Badezimmer). Auf solchen Flächen ist eine geschlossene Kabine meist die praktischere Wahl, weil eine offene Seite das Spritzwasser kaum zurückhält.
Haben Sie mehr Fläche, zum Beispiel eine lange Wand oder eine breite Nische, wird die Walk-in-Lösung interessant. Sie wirkt im Raum leichter, weil keine Tür ausschwenkt und das Glas den Blick freilässt. Bedenken Sie aber auch: Eine Drehtür braucht Platz zum Aufschwenken, eine Schiebetür nicht. Bei einer Walk-in-Dusche entfällt die Tür ganz, dafür muss der Bereich vor dem Einstieg frei bleiben.
Pflege und Alltag
Beide Bauformen haben Glasflächen, auf denen sich Wassertropfen und Kalk sammeln. Das Umweltbundesamt rät, Wassertropfen an der Duschkabine nach der Benutzung zu entfernen, auf großen Flächen mit einem Abzieher. Das verhindert Kalkflecken und beugt Schimmel vor (Umweltbundesamt: Reinigung im Haushalt). Bei einer Walk-in-Dusche mit einer einzigen Glaswand ist das schnell erledigt. Bei einer Kabine kommen Türprofile, Rollen und Dichtungen hinzu.
Nach dem Duschen ist gründliches Lüften wichtig, weil warmes Wasser viel Feuchtigkeit an die Raumluft abgibt (Wikipedia: Dusche). Das gilt für beide Varianten gleichermaßen.
Worauf Sie im Portal achten
Wenn Sie die Modelle vergleichen, helfen diese Angaben bei der Entscheidung:
- Bauform: Eckeinstieg, Nischenlösung, Viertelkreis oder freistehende Glaswand. Bei den Duschkabinen und Walk-in-Duschen finden Sie die Form im Detailfenster, soweit der Händler sie angibt.
- Maße: Breite und Tiefe der Abtrennung müssen zur Duschfläche passen. Wie Sie richtig messen, erklärt der Ratgeber Duschkabine ausmessen.
- Türart: Drehtür, Pendeltür, Schiebetür oder ganz ohne Tür. Prüfen Sie, wie viel Platz vor der Dusche frei ist.
- Einstiegsbreite: Für Menschen mit Gehhilfe oder im Rollstuhl ist die lichte Öffnung wichtiger als die Außenbreite der Kabine.
- Glas: Klarglas, satiniertes Glas oder Dekor sowie eine mögliche Beschichtung. Mehr dazu im Ratgeber Glas in der Dusche.
- Duschwanne: Ob eine Wanne zur Lieferung gehört oder separat nötig ist, steht in der Produktbeschreibung. Passende Modelle finden Sie bei den Duschwannen.
Lesen Sie außerdem, ob Montagematerial enthalten ist und ob die Abtrennung für einen Einbau auf einer bodengleichen Fläche vorgesehen ist. Im Zweifel klären Sie das vor dem Kauf mit dem Händler.
Passend zum Artikel
Duschkabinen
Häufige Fragen
Ist eine Walk-in-Dusche dasselbe wie eine bodengleiche Dusche?
Nein. Walk-in bezeichnet eine Dusche ohne Tür. Bodengleich bezeichnet eine Duschfläche auf Höhe des Fußbodens. Beides lässt sich kombinieren, muss es aber nicht.
Spritzt bei einer Walk-in-Dusche mehr Wasser heraus?
Das kann passieren, weil eine Seite offen ist. Eine ausreichend tiefe Duschfläche und ein Duschkopf, der nicht direkt auf die Öffnung zielt, verringern das.
Welche Variante passt in ein kleines Bad?
In kleinen Bädern ist eine geschlossene Duschkabine oft praktischer, weil sie das Spritzwasser auch auf wenig Fläche zurückhält. Eine Schiebetür spart zusätzlich Platz vor der Dusche.
Wird es in einer offenen Dusche kälter?
Ja, durch die Luftzirkulation wird es in einer offenen Dusche kühler als in einer geschlossenen Kabine. Ein warm beheiztes Bad gleicht das teilweise aus.
